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VidCon 2025: Podcasting und Retention statt Reichweite

Patreon beobachtete auf der VidCon 2025 im Juni 2025, dass Creator Podcasting als Geschäftsmodell etablieren, Kollaborationen mit geteiltem IP eingehen und Retention statt Wachstum priorisieren.

Von Noah Wiegandt, Redaktion Creatorplanet: Plattformen, Geld, Deals, Köpfe, Recht

VidCon 2025: Podcasting und Retention statt Reichweite
Symbolbild: Creatorplanet (KI-generiert)

Die Creator Economy hat sich 2025 von einem Reichweiten-Wettbewerb zu einem Geschäftsmodell mit mehreren Einnahmequellen entwickelt. Das zeigen Beobachtungen von Patreon auf der VidCon 2025 im Juni 2025 und ein Leitfaden von Spotify vom Mai 2025. Vier Trends prägen die Branche: Podcasting als Anker für Merchandise und Memberships, Kollaborationen mit geteiltem geistigem Eigentum, der Einsatz von KI bei gleichzeitiger Sorge um Authentizität und die Priorisierung von Retention statt Reichweite.

Podcasting als Geschäftsmodell mit Ökosystem

Podcasting war laut Patreon ein zentrales Thema auf der VidCon 2025. Creator bauen ihre Marken um serialisierte Formate und ergänzen sie durch Live-Touren, exklusive Inhalte, Memberships, Merchandise und Spin-off-Serien. Spotify veröffentlichte am 15. Mai 2025 einen Leitfaden für Podcast-Creator zum Wachstum von 1.000 bis 100.000 Followern. Die Plattform empfiehlt darin, Social-Media-Kanäle als Ökosystem zu nutzen: kurze, teilbare Clips auf TikTok und Instagram, Hinter-den-Kulissen-Inhalte und die Einbindung der Hörer in Entscheidungen. Der brasilianische Podcast „Joguei no Grupo" ersetzte einen Host durch Dacota Monteiro, nachdem die Audience diese Kandidatin vorgeschlagen hatte. Das Team veröffentlicht etwa zwei Clips pro Woche auf TikTok und Instagram, bei Gästen mit vielen Followern bis zu drei.

Kollaborationen mit geteiltem IP statt einfacher Kooperationen

Die neue Welle von Creator-Partnerschaften auf der VidCon 2025 umfasst laut Patreon Co-Produktionen mit geteilten Formaten, überschneidenden Zielgruppen und in einigen Fällen gemeinsam besessenen Rechten an geistigem Eigentum. Spotify empfiehlt in seinem Leitfaden Partnerschaften mit Creatorn, die ähnliche Interessen teilen, aber unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Patreon beobachtete auf der VidCon 2025, dass Creator Projekte eigenständig starten, direkt monetarisieren und ihren Anteil durch Membership-Modelle und direkte Erlebnisse mit der Audience schützen.

KI-Einsatz: Effizienz vs. Authentizität

Creator auf der VidCon 2025 nutzten laut Patreon KI-Tools, um Schnitt, Texterstellung und Planung zu beschleunigen, während sie sich gleichzeitig Sorgen um kreative Verwässerung machten. Laut einer Umfrage von Billion Dollar Boy vom November 2025, über die Digiday am 1. Oktober 2026 berichtete, hatten 87 Prozent der befragten Creator ihren KI-Einsatz im Vorjahr erhöht; 86 Prozent planten, ihn in den folgenden zwölf Monaten weiter zu steigern. YouTube kündigte laut Digiday neue Tools an, darunter Video-A/B-Tests und konversationelle Bearbeitung. Gleichzeitig berichtete Digiday von einem „No AI allowed"-Zusatz in einem Kampagnen-Briefing der Marke Open aus Los Angeles, das KI-Bearbeitungen und -Konzepte untersagte. Keith Bendes, Chief Strategy Officer bei Linqia, erklärte laut Digiday, die Hauptsorge von Marken sei, ob Inhalte auf Social-Media-Plattformen als KI gekennzeichnet und algorithmisch bestraft würden.

Retention statt Reichweite als Erfolgskriterium

Laut Patreon konzentrierten sich die erfolgreichsten Creator auf der VidCon 2025 auf Retention: Sie wandelten gelegentliche Hörer in treue Abonnenten um, indem sie weniger versprachen und mehr lieferten. Patreon beobachtete, dass Klarheit über den eigenen Zweck zu einem Wettbewerbsvorteil wird und Entscheidungen über Inhalte, Plattformen und Beziehungen zur Audience leitet. Cleber vom Podcast „Joguei no Grupo" beschrieb Spotify-Follower als „Thermometer", das anzeigt, ob das Team auf dem richtigen Weg ist. Spotify nennt in seinem Leitfaden Authentizität als Schlüsselfaktor, um sich unter Millionen von Podcasts hervorzuheben.

Und in Deutschland?

Die Plattform-Tools sind auch für Creator in Deutschland verfügbar: YouTube bietet A/B-Tests für Videos an, Spotify stellt den Leitfaden auf Deutsch bereit. Membership-Modelle lassen sich über Patreon, Steady oder YouTube-Kanalmitgliedschaften umsetzen. Für Kollaborationen mit geteiltem geistigem Eigentum gelten in Deutschland die Regeln des Urheberrechts und Gesellschaftsrechts; eine schriftliche Vereinbarung über Rechte, Einnahmen und Ausstiegsszenarien ist Pflicht. Bei KI-Einsatz in Brand Deals müssen Creator prüfen, ob der Vertrag Vorgaben zur Kennzeichnung oder zum Verbot von KI-Tools enthält. Die Medienanstalten verlangen keine gesonderte Kennzeichnung für KI-generierte Inhalte, solange sie nicht irreführend sind.